Cross Innovation Class

von Jan-Alexander Krause

2021 startet die Cross Innovation Class in die dritte Runde. Interdisziplinäre Teams, bestehend aus Student*innen verschiedener Hochschulen, befassen sich erneut mit Herausforderungen aus dem Praxisfeld der Kreativwirtschaft. Zusammen mit verschiedenen Unternehmen arbeiten die Projektgruppen an konkreten Lösungen, die Technik und Software mit Design und Sound verbinden. Der Themenschwerpunkt für das hochschulübergreifende Studierendenprojekt im Sommersemester ’21 lautet Smart City & Urban Tech.

Smarte Produkte im Fokus (Bild: Hamburg Kreativ Gesellschaft)

Kreativ, innovativ, interdisziplinär

Praxisnähe steht bei der Cross Innovation Class im Mittelpunkt. „Gerade wenn es um die Entwicklung interdisziplinärer Kompetenzen für eine digitalisierte Arbeitswelt geht, können die Lehrpläne sinnvoll ergänzt werden“, schreibt die Hamburg Kreativ Gesellschaft auf der eigenen Homepage. Das Motiv der Cross Innovation Class ist daher die projektbezogene Zusammenführung von Hochschulen und Unternehmen, „um gemeinsam über ein Semester konkrete Herausforderungen aus der Praxis anzugehen“. Erbrachte Leistungen können sich die Studierenden dabei sogar im Rahmen ihrer Studienordnung anrechnen lassen.

„Die Cross Innovation Class richtet sich an Studierende der Fachbereiche Technologie, Raumkonzept, Designmanagment, Sound, Kulturwissenschaft, Stadtplanung, Medien- und Kommunikationsmangment sowie Digitale Medien.“ (Hamburg Kreativ Gesellschaft 2020)

Neben der Möglichkeit wertvolle Praxiserfahrung zu sammeln, strebt die interdisziplinäre Ausrichtung der Cross Innovation Class außerdem den Gewinn neuer Perspektiven an. Zu Beginn des Semesters werden hierfür fächerübergreifende Arbeitsgruppen gebildet, welche durch Lehrende der Hochschulen betreut werden und sich jeweils einer praxisbezogenen Problemstellung widmen. Das Ziel ist die Umsetzung einer konkreten Produktlösung, welche während des Semesters im Rahmen eines iterativen Prozesses erarbeitet wird. Auf dem Weg dorthin werden unterschiedliche Arbeitsphasen, wie etwa Ideenfindung, Prototypenentwicklung und Feedbackschleifen durchlaufen, um die Projektergebnisse schließlich in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorzustellen.

Termine und Partner für die Cross Innovation Class im Sommersemester 2021 werden in Kürze bekanntgegeben. Bei Interesse oder Fragen, sendet uns im Vorfeld gern eine E-Mail.

Januar 2019: Abschlussveranstaltung im Oberhafenquartier Hamburg (WS 2018/19) – die Gruppe Ernte-Box präsentiert einen interaktiven Point-of-Sale-Aufsteller (Bild: Hamburg Kreativ Gesellschaft)

Throwback #Wintersemester2018/19

Im Wintersemester 2018/19 wurde das fachübergreifende Studierendenprojekt erstmals durchgeführt. Teilgenommen haben insgesamt 27 Student*innen von verschiedenen Hochschulen mit unterschiedlichen Fachbereichen – darunter die Fachhochschule Wedel (Produktdesign), die Hamburger AMD (Mode & Design) sowie die Leuphana Universität Lüneburg (Kulturwissenschaften / Digitale Medien & Kulturinformatik).

„Smarte Produkte setzen besondere Maßstäbe in Bezug auf Ästhetik, Emotion und Erlebnis. Sie interagieren mit dem User und passen sich individuellen Bedürfnissen an. Um diesen Kriterien gerecht zu werden, sind interdisziplinäre Teamkonstellationen gefragt.“ (Hamburg Kreativ Gesellschaft 2020)

Die drei Praxispartner apetito, HeiMart sowie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ließen sich für die erste Episode der Corss Innovation Class gewinnen und richteten ihre Herausforderungen – im Zeichen ‚Smarter Produkte‘ – an die Studierenden. Dabei stand die Hamburger Agentur BRAWANDRIEKEN Communications GmbH als Projektparterin und Mentorin für den mehrmonatigen Arbeitsprozess zur Seite.

Die Seenotretter präsentieren den Prototyp eines Spielautomaten (Bild: Hamburg Kreativ Gesellschaft)

„Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist mit ihrer Flotte in Nord- und Ostsee im Einsatz. Ihre Arbeit finanzieren die Seenotretter ausschließlich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen. Um auf die wichtigen Aufgaben der Seenotretter aufmerksam zu machen, entwickelten die Studierenden einen voll funktionsfähigen Prototypen eines Spieleautomatens im Design der Seenotkreuzer. Gegen Einwurf eines Münzbetrages sollen gerade junge Menschen spielerisch auf die Arbeit der Seenotretter aufmerksam gemacht und die Spendenbereitschaft gefördert werden.“

Die Gruppe Ernte-Box – ausgezeichnet für beste Sound Integration (Bild: Hamburg Kreativ Gesellschaft)

Die Gruppe Ernte-Box entwickelte „einen interaktiven Point-of-Sale-Aufsteller, der den potentiellen Käufer zum Ernten der verschiedenen Chips-Sorten wortwörtlich aufs Kartoffelfeld führt. Der kastenförmige Prototyp ist so konstruiert, dass sich fünf verschiedene Kartoffelpflanzen aus der Oberfläche ziehen lassen, unter denen sich die verschiedenen Chips-Tüten verbergen. Beim Hochziehen ertönt der Sound des jeweiligen Kaugeräusches der einzelnen Sorte. Das integrierte Klangerlebnis zeugte von der Expertise des Studiengangs Medien / Kulturinformatik der Leuphana Universität in Lüneburg.“

Prototypentwicklung (Bild: Hamburg Kreativ Gesellschaft)

„Die apetito AG entwickelt Verpflegungskonzepte für Menschen in den unterschiedlichen Lebenssituationen. Zwei Studierendengruppen befassten sich mit der Aufgabe, innovative Produktlösungen zu entwickeln, die den Kunden über die Dienstleistung der Essenslieferung hinaus einen Mehrwert im Alltag bieten. Das Studierendenteam Tito beschäftigte sich im Vorfeld der Prototypenentwicklung eingehend mit der Problemstellung der Dehydration und entwickelte daraufhin einen intelligenten Trinkbecher, der das Trinkverhalten mithilfe eines Gewichtssensors dokumentiert und über LED-Licht an das ausreichende und regelmäßige Trinken erinnern soll. So sollen auch Angehörige einen besseren Überblick über das Trinkverhalten erhalten.“

Prototypentwicklung (Bild: Hamburg Kreativ Gesellschaft)

„Auch das Team Tavoletta befasste sich eingehend mit den Herausforderungen, vor denen älteren Menschen in ihrem Alltag stehen. Im Fokus ihrer Lösungen standen die Einsamkeit und die eingeschränkte Mobilität der Kunden sowie der Wunsch nach gesunder Ernährung. Die Studierenden suchten nach einer Produktlösung, die mehr als die schlichte Essensbelieferung bieten sollte. Hierfür entwickelten sie ein smartes Tool, über das Senioren während der Mahlzeit mit anderen Senioren ins Gespräch kommen können, die gerade ebenfalls für sich allein eine Mahlzeit einnehmen. Die digitale Vernetzung soll aber nicht den persönlichen Austausch ersetzen. So ergänzte das Team seinen Vorschlag um ein „apeti-together“, bei dem sich die Senioren zu gemeinsamen Mahlzeiten treffen können.“

Ideenfindung innerhalb interdisziplinärer Arbeitsgruppen. „In der Cross Innovation Class lernen die Studierenden mit zielführenden Methoden, wie sie ihre unterschiedlichen Kompetenzen miteinander verknüpfen und die Nutzerperspektive ganzheitlich in den Entwicklungsprozess einbeziehen können.“ (Bild: Hamburg Kreativ Gesellschaft)

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