Sound Studies (MA)

Eine Einführung in Gegenstände und Methoden der Sound Studies.

Seminar | Leuphana Universität Lüneburg
Modul: M.A. Kulturwissenschaften/ Sound Studies
Montag | 14:15 – 15:45 | C 5.326 | wöchentlich | 21.10.2019 – 31.01.2020

Rolf Großmann
grossmann@leuphana.de

 


Malte Pelleter
pelleter@leuphana.de

Tutor*innen:
Sophia Tobis
sophia.tobis@stud.leuphana.de

 

 

 


Prüfungsleistung:

Kombinierte wissenschaftliche Arbeit

Anmeldung und weitere Informationen auf mystudy.

Sound Studies sind wissenschafts- und institutionengeschichtlich der Versuch, ein neues akademisches Feld im Bereich auditiver Kultur abzustecken. Dieses Feld ist transdisziplinär angelegt und enthält im Kern musikwissenschaftliche, medienwissenschaftliche und kulturgeschichtliche bzw. -theoretische Elemente. Dabei spielen sowohl ästhetische wie auch alltagskulturelle Gegenstände und Praxen eine wichtige Rolle. Die Veranstaltung wird sich – entsprechend ihrer Position im Master – vorrangig mit den medienspezifischen Aspekten der Sound Studies beschäftigen.

Im ersten Drittel des Seminars wird anhand diverser Sound Studies Reader das Themenfeld erschlossen, um dann anhand von Aspekten der auditiven Medienkultur ins Detail zu gehen. Ein prominentes Literaturbeispiel ist der vor kurzem erschienene Band „MP3: The Meaning of a Format“ von Jonathan Sterne. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Feld ‚Urban Sound Research‘ 

Literatur zur Einführung:

Seminarplan

Bitte die Literatur zur nächsten Sitzung vorbereiten (Schulze)

21.10.19: Was sind Sound Studies?

Sound Studies im Kontext der Kulturwissenschaften
Sound Studies als Kulturwissenschaft des Auditiven?
Sound Studies als „Nicht-Disziplin“

Pflichttext: Schulze, Holger: „Sound Studies.“ In: Stephan Moebius (Hg.) Kultur. Von den Cultural Studies bis zu den Visual Studies. Bielefeld: transcript 2012: S. 242-257.

Ergänzend: Großmann, Rolf: „Soundcultures, Audio Cultures, Auditory Cultures. Der Diskurs um die auditive Kultur und die Musikwissenschaft. “ In: Bettina Schlüter / Axel Volmar (Hg.): Von akustischen Medien zur auditiven Kultur. Navigationen, Jg. 15, H. 2, Siegen 2015, S. 13-30.

28.10.19: Begriff ‚Sound‘ / Was sind Sound Studies? II

– Response Papers: Methoden, Gegenstände, evtl. Vergleich Sterne/Schulze
– Was ist Sound? Beispiele Hören!!!

– das Studies-Modell
Ergänzend: Sonic Imaginations, Kapitel aus Sterne, Jonathan (Hg.): Sound Studies Reader. London and New York: Routledge 2012.

– Brauchen wir Sound Studies? 



04.11.19: Geschichtsbeispiel Sound vs. Bewegtbild: Walter Ruttmann: Weekend

– Weekend Walter Ruttmann (mp3
Produktion: Reichsrundfunkgesellschaft / Berliner Funkstunde 1930
– Berlin – Sinfonie einer Großstadt
– Lichtspiel Opus I (1921)

Ergänzend: Goergen, Jeanpaul (1987): Musik des Lichts – Zum 100. Geburtstag Walter Ruttmanns 

Aktuelle Beispiele:

Chemical Brothers – Star Guitar
SjQ++ – Ars Electronica 2013

11.11.19: Geschichte der Audiomedien I

Die Rolle des medialen Wandels
Mediengeschichte: Was sind Medien?
– Welche Geschichten von Medien werden erzählt? 
Technikgeschichte, Kulturgeschichte; Produktionsmittel, Vermittlung, Speicherung, Rezeptionskonfigurationen
– Ordnungsprinzipien

Übersicht Website Mediengeschichte: Schoenherr, Steve: Recording Technology History

Kittler in Bochum – Ontologie der Medien (ab 6:00)

18.11.19: Fortsetzung Geschichte… / MP3 neuere Formate und ihre Bedeutung(en)

Everynoise.com – Genremap 

http://theghostinthemp3.com/theghostinthemp3.html

 

 

25.11.19: Radiostudio Vorbereitung

 

Ergänzend: Wodianka, Bettina. 2018. Radio als Hör-Spiel-Raum. Medienreflexion – Störung – Künstlerische Intervention. Bielefeldt: transcript 2018.CCPL 4.0
Download bei transcript unter CCPL 4.0

 

Radioerfahrung 1924 Videobeispiel Reitz – Heimat 1924-1928 (kurze Sequenz)

Beispiel: Hans Flesch’s Zauberei auf dem Sender (frühes Hörspiel)

 

02.12.19: Radio –
Besichtigung des Hörspielstudios des NDR (Hamburg)

Wie wurden früher Raumeffekte erzeugt?
„Mit einer monophonen Aufnahme kann allerdings ein Entfernungsunterschied verschiedener Klangquellen dargestellt werden, entweder durch eine tatsächlich unterschiedliche Distanz der Quellen zu dem aufnehmenden Mikrophon, oder durch nachträgliches Einfügen eines Höhenverlustes während der Nachbearbeitung einer Aufnahme.“ (Wodianka 2018, 170; s.o.)

Besichtigung in Hamburg
Hier ein Paar Infos bezüglich des Besuches vom NDR Studio am 2.12.:

Um 14:00 Uhr geht unser Besuch auf dem Gelände des NDR am Rothenbaum los. Wer aus Hamburg anreist, kommt bitte direkt zur Rothenbaumchaussee 132. (U-Bahn Hallerstraße)
Ich würde vorschlagen, dass wir uns alle so gegen 13:45 Uhr am Pförtnerhäuschen einfinden.

Demonstration von Geräusch-Effekten im NDR-Hörspielstudio

9.12.19: Noise/Silence

Der Diskurs um Rauschen und Geräusch.

Ergänzend: Grossmann, Rolf (2018): Stille, Geräusch, Rauschen – Ästhetische und medientechnische Anmerkungen. In: Texte Zur Kunst, Heft Nr. 112 / Dezember 2018 „Noise/Silence“. Link: https://www.textezurkunst.de/112/stille-gerausch-rauschen/

 

16.12.19: Sensory Studies 

Sensory Ethnography Lab, Harvard Univ. 
Heard Laboratories | Ernst Karel 
Swiss Mountain Transport Systems | Ernst Karel 
„Timbre des Denkens“, Gespräch mit Arno Böhler
Transkription des Gesprächs mit Arno Böhler

Sensory Studies Website
Howes, David & Constance Classen: Doing Sensory Anthropology
Nancy, Jean-Luc: Zum Gehör (Ausschnitt)
Weichselbaumer, Susi: Akustikforschung bei Lebensmitteln

 

06.01.20: Funktionale Klänge: Auditive Markenführung

Pysiewicz, Andreas : Klangkontexte zwischen Ökologie und Branding. Aachen 2009 (Hochschule Offenburg 2008), S. 85-111.

und

Spehr, Georg:Funktionale Klänge. In: Schulze, Holger (Hg.). Soundstudies. Traditionen – Methoden – Desiderate. Bielefeld 2008, S. 185-208.
Hörbare Daten, klingende Geräte und gestaltete Hörerfahrungen. (Pflichttexte!)

Hermann, Thomas: Interaktive Sonifikation

Pysiewicz, Andreas: Klangkontexte zwischen Ökologie und Branding. Audiobranding Aachen 2009.

Beispiel aus der Seminarsitzung zum Nachhören:

“Sonic Branding” am Beispiel Intel (Podcast “Twenty Thousand Hertz”) [Transkript ca. 12:05 – 16:45]

  • 1994: Walter Werzowa wird beauftragt, ein 3-Sekündiges Audio-Logo für Intel zu kreieren – Problem: in 3 Sekunden eine musikalische “Geschichte” erzählen – Konstruieren eines Audio-Logos hat wenig mit musikalischem Komponieren zu tun – Versuch, den Slogan “intel inside” zu imitieren – vier 8tel-Noten = “präziser”, “mathematischer” Rhythmus
  • Melodie soll keine “kulturelle Konnotation” enthalten – Intervalle: Quarte und Quinte
  • einzelne Note als Einstieg (“palette cleanser”) – “Synästhesie” (Orientierung an der visuellen Ebene): blue, electricity, power, positive, inviting

Weitere Quellen:

13.01.20: Gamesounds, Athmosphären, Milieus / Music Apps

Michiel Kamp, Tim Summers and Mark Sweeney (Eds.) (2016): Ludomusicology Approaches to Video Game Music. Sheffield UK:Equinox Publishing. (Auszug als pdf) (Pflichttext!)

Soundebenen in Games

Diegetischer Sound Non-diegetischer Sound
Vocalization Vocalization
Sound Effects Sound Effects
Ambient Effects Ambient Effects
Music Music

Literaturliste Games

Beil, Benjamin/Bojahr, Philipp/Hensel, Thomas/Neitzel, Britta/Schemer-Reinhard, Timo/Venus, Jochen (2012): Theorien des Computerspiels. Zur Einführung. Hamburg: Junius

Behrendt, Frauke: Playing the iPhone. (Auszug)

Böhme, Gernot (1995): Atmosphäre. Essays zur neuen Ästhetik. Frankfurt a. M.: Suhrkamp

Collins, Karen (2008): Game Sound: An Introduction to the History, Theory, and Practice of Video Game Music and Sound Design. Boston: MIT Press

Dittbrenner, Nils (2007): Soundchip-Musik. Computer- und Videospielmusik von 1977-1994. Osnabrück: EPOS. 

Egenfeldt-Nielsen, Simon/ Smith, Jonas Heide/ Tosca, Susana Pajares (2008): Understanding Videogames. An Essential Introduction. New York: Routledge. Lischka, Konrad/Meißner, Tobias O. (2003): Videospiel. In: Hügel (2003): 484-488

Herzfeld, Gregor: Atmospheres at Play: Aesthetical Considerations of Game Music, in Peter Moormann (ed.), 2013: Music and Game. Perspectives on a popular Alliance. Wiesbaden: Springer.

Christian Huberts/Sebastian Standke (2014): ZwischenWelten. Atmosphären im Computerspiel. Glückstadt: Verlag Werner Hülsbusch



20.01.20: Neuro-Perspektiven

Großmann, Rolf (2014): Sensory Engineering – Affects and the Mechanics of Musical Time. In: Angerer, Marie-Luise; Bösel, Bernd; Ott, Michaela (2014) (Hrsg.): Timing of Affect – Epistemologies, Aesthetics, Politics. Diaphanes, Zürich.

Tobis, Sophia: Body and Sound. Ein Sonisch-Materieller Zugriff auf Klangtherapie. http://www.auditive-medienkulturen.de/2019/07/24/body-and-sound-ein-sonisch-materieller-zugriff-auf-klangtherapie/


27.01.19: Materialität /New Materialism

ergänzend zum Kontext:

Alternative Texte & Themen:
Urban Sounds & Popmusik I

Urban Sounds II

 

Das ‚Postdigitale‘

Cramer, Florian: What is Post-Digital?

Cramer, Florian: Nach dem Koitus oder nach dem Tod? Zur Begriffsverwirrung von „Postdigital“, „Post-Internet“ und „Post-Media“

Cascone, Kim: The Aesthetics of Failure

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