Medien, Genres, Orte aktueller Soundkulturen

Dieses Seminar wird im BA und im MA angeboten.

Bitte nutzen Sie für Themenvorschläge, Ergänzungen und zur Bildung von Arbeitsgruppen die Kommentarfunktion. Dort können sie Themen zur Diskussion stellen und Ihre E-Mail einsetzen, damit Sie von Gruppenteilnehmer*innen kontaktiert werden können.

Zum Datenschutz: Alle Kommentare werden bis zum Beginn des Folgesemesters gelöscht. Inhalte und Links werden ggfls. – ohne Namensnennung – nach thematischen Gesichtspunkten übernommen.

Seminar | Leuphana Universität Lüneburg
Modul: M.A. Kulturwissenschaften/ Sound Studies
BA KuWi / Musik und auditive Kultur
Donnerstag | 16:15 – 17:45 | C 5.326 | wöchentlich | 17.10.2019 – 31.01.2020

 

Rolf Großmann
grossmann@leuphana.de

 


Malte Pelleter
pelleter@leuphana.de

 

 

 

Prüfungsleistung:

Kombinierte wissenschaftliche Arbeit:
Präsentation im Seminar (30%)
schriftliche Ausarbeitung (ca. 10 Seiten) (70%)

Anmeldung und weitere Informationen auf mystudy.

Inhalt

Das Seminar beschäftigt sich mit aktuellen Diskursen aus dem Bereich medial produzierter und vermittelter Musik. Dabei wird ein Schwerpunkt auf alten und neuen Genres sowie den Ortskontexten ihrer Entstehung liegen. Wir werden dies themen- und literaturbezogen tun, wobei die Gegenstände aus dem Kreis der Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer kommen sollen. Dabei sind Felder wie „Was ist zurzeit innovative Musik?“ „Was sind zur Zeit vorherrschende Gestaltungsprinzipien?“ „In welchem Verhältnis zur Tradition steht aktuelle Musik?“ „Was heißt kulturwissenschaftliche Annäherung im Bereich der Musik?“ etc. angesprochen. Die Form wird eher die eines Kolloquiums sein, in dem wir über Musikbeispiele und ausgewählte Texte sprechen.

Literatur zur Einführung:

 

Seminarplan

17.10.19: Einführung / Themenübersicht

Vorstellung des Seminarkonzepts
Themenfeld
Diskussion von Themenvorschlägen

24.10.19: Themen / Literatur / Arbeitsgruppen

Diskussion möglicher Themen

Vorschläge bisher (s.a. Kommentare)
– BOILER ROOM
– K-Pop
– Mash-Ups
– deutschsprachige Adaption des Memphis-Rap-Sound
– Geschichten elektronischer Musik / Orte Szenen (Literatur s.o.)
– Retro/Hauntology
– Balkanmusik/Balkanbeats
– Organic Groove
– Kategoriendiskussion
– Live-Coding/ Algorave/ KI
– Kulturelle Aneignung in Afro-House & Schnechno/Bummeltechno
– Soundkultur um die Band „Shortparis“
– Hatsune Miku
– West Coast Bass Music
– Musik, Politik, Gesellschaft: Electro-Punk/ Rave-Punk, Rap/Zeckenrap
– isländische Hip-Hop-Szene
– Fußballgesänge
– Musik des Post-Sozialismus: Rezeption & Ästhetik
– Kulturelle Auswirkungen des Übergangs vom Sozialismus zum Kapitalismus in Osteuropa, z.B. Disco-Polo
– Deconstructed Club Musik
– Digitale Ästhetik: 100 Gecs – 1000 Gecs
– New Sampling
– Post-Trap
– Musikkonzepte für Inklusion
– Vaporwave 
– ‚Neue Klassik‘
– klass. Instrumente, Bandmusik und technischer Wandel / Technizität traditioneller Musik / ‚Laienmusik‘
– Live vs. YouTube-Kultur

Literatur/Audiobeispiele >Vorschläge: Bitte thematisch posten

 

31.10.19: Reformationstag


07.11.19: Seminarplan: Termine / Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppen; Termine der einzelnen Themensitzungen

 

14.11.19: Themenfeld: Post-Koloniale-Sounds

M.I.A.  „Borders“
 
 
 
 
CGTN Africa: Faces of Africa. Fela Kuti: The Father of Afrobeat (Part1) [Film], Nairobi: CCTV, 2017. https://youtu.be/cS_Yd_iMYWo
 
Coester, Markus: Highlife transnational: Moderne westafrikanische Populärmusik 1950–1965. In : Leggewie, Claus; Meyer, Erik [Hrsg.]: Global Pop. Das Buch zur Weltmusik. Stuttgart: J. B. Metzler, 2017, S. 290-298.
 
Stewart, Alexander: Make It Funky: Fela Kuti, James Brown and the Invention of Afrobeat. In: American Studies. Hefttitel: The Funk Issue, Bd. 52, Nr. 4, 2013, S. 99- 118.
 
Zur Veränderung postkolonialer Perspektive:
 
 

21.11.19: Themenfeld: Bandmusik und technischer Wandel

– Progressive(-Metal),  jüngere Soundkultur und Performance.
– Live, Liveness und Rezeptionsästhetik

Progressivität vs. DIY

Aus dem Kellerloch ins Studio: Eine 20 sekündige Metapher dafür, dass das Produktionsniveau experimenteller Metal-Bands im 21. Jahrhundert angekommen ist:
 
Car Bomb – HeLa
Progressive, Performance und DIY: 
Navene Koperweis – live in Göteborg
-> der gleiche Interpret mit Vocalistin:
Entheos – Perpetual Miscalculations
 
Genese und aktuelle Beispiele für Genreeinflüsse genuin-elektronischer Musik
 
IDM/Electronica (und Dub) als relevanter Einfluss der 2000er für aktuellen Progressive-Metal:
Aphex Twin – Come to Daddy
Chris Pennie (The Dillinger Escape Plan)  – Come to Daddy
The Dillinger Escape Plan – When Acting as a Wave
The Dillinger Escape Plan – Understanding Decay
Igorrr – Opus Brain
Igorrr – Opus Brain live
Igorrr – Cheval („Bedroom Producing“)
Igorrr – Viande (Dub-Referenz)
Igorrr – Making of Savage Sinusoid
 
 
Technologie und Progressive heute: „Tweaks“ von Klang, Raum, Möglichkeit.
 
Performanz von Meshuggahs Lichttechniker als sechstes Bandmitglied: 
best light guy in the world
Meshuggah (+Light Guy) – Rational Gaze live
 
Trigger und Velocity-Manipulation als „Performance-Enhancer“ für das Schlagzeugspiel:
Aaron Stechauner (Rings of Saturn) – Parallel Shift
 
Programmierte Gitarren:
Anup Sastry – Beneath the Mask
 
Die 8-saitige E-Gitarre als Innovationsplattform:
Tosin Abasi (Animals as Leaders) – The Woven Web
 
Bass als (mittlerweile) signifikanter Bestandteil aktueller Klangästhetik im Progressive-Metal:
Ewan Brewer (Entheos) – Pulse of a New Era

28.11.19: Bandmusik Pt. II / Bedroom-Producing

Black MIDI (Genre und Band)/Girl in Red (Bedroom-Producing)
Schnipo Schranke/Blond/HiTT: Genres, DIY, „unperfekter Sound“
Bedroomproducing: Hintergründe und Entwicklungen

Links zur Plattform Beatstars, wo zum Beispiel Lil Nas X den Beat für Old Town Road für 29,99$ von dem 19jährigen niederländischen Produzenten YoungKio gekauft hat. Und auch TheCratez – die sich für die Produktion mehrerer Nummer 1 Songs in den deutschen Charts verantwortlich zeichnen – sind über Beatstars groß geworden.
https://www.beatstars.com

Podcastfolge darüber (gibt es auch auf allen gängigen Streamingplattformen):
https://www.stitcher.com/podcast/vox/switched-on-pop/e/62745969

TASH SULTANA – JUNGLE (LIVE BEDROOM RECORDING)

 

05.12.19: »Post-Sozialistische Sounds« / Disco Polo / Balkanbeats / Shortparis / (Organic Groove ?
(Spät)Folgen autokratische Systeme auf Musikkulturen ?

Text zur Vorbereitung: Steven Sampson (1996): Turning Money into Culture: „Distinction“ among Eastern Europe’s Nouveaux Riches“. S. 92-114 In: Birgit Müller. A la recherche des certitudes perdues … Anthropologie du traivail et des affaires dans une Europe en mutation. Berlin: Centre Marc Block, 1996, Europe en mutation. Cahier no. 4.

Einzelthemen: 

 

Ein architektonisches Relikt der Transformationsphase in Polen aus den frühen 90er Jahren:
Solpol department store

Monika Borys – Polish Bayer. Images of Disco Polo in the 1990s
auch unter:
http://www.pismowidok.org/en/archive/11-capitalist-realism.-transformations-of-polish-visual-culture/polish-bayer.-images-of-disco-polo-in-the-1990s

Einführende Dokumentation

Beispiele
Shazza – Bierz co chcesz
Boys – Wolność
Akcent – Królowa nocy
Boys – Jesteś Szalona

 

Balkan Beats

Magnifico – Hir aj kam, hir aj go
Shantel – Disko Partizan
Shantel – Iag bari
Fanfare Ciocarlia – Iag bari (Original)
Goran Bregović – Ederlezi
Goran Bregović – So nevo si
Goran Bregović – Kalashnikov (1997 live in Poznań)

Ergänzend zur Vorstellung von La Brass Banda  Genre Mash Up mit bayrischer Blasmusik und vs.oder Balkanbeats, Funk, Dancehall und anderen Einflüssen (Interessante Dopplung auch mit Selbstbetitelung ´Munich Bass´) //
 DJ Duo Schlachthofbronx (aus München)
Schorschl Take 3
https://www.youtube.com/watch?v=NzJt53xtTNw
UP
https://www.youtube.com/watch?v=WMKwUXLzwJo
Too high
https://www.youtube.com/watch?v=1Tqp5FJRQpk

 

Shortparis

kleines Intro der Band von Arte:
https://www.youtube.com/watch?v=d5sMQcdM6Es

Ausschnitt der Aufnahme vom Reeperbahnfestival 2019 (auch Arte)
https://www.youtube.com/watch?v=Urs43p5euyw

Artikel von Dekoder.org
https://www.dekoder.org/de/article/shortparis-band-europa-tournee

 

12.12.19: Fortsetzung Post-Sozialistische Sounds / Musik & Inklusion

Bitte noch einmal den Vorbereitungstext Steven Sampson (1996) für die letzte Sitzung lesen, wir wollen ihn am Anfang der Sitzung erneut diskutieren. 

 

Musik & Inklusion

Eingangstext zum Themenfeld: Musik & Inklusion

Inklusion / Integration / Partizipation

ein paar Links zum anteasern: 
Graf Fidi (Berlin) thematisiert in seinen Rap-Texten unter anderem humorvoll seine eigene Behinderung, kritisiert Vorurteile, spricht offen über zwischenmenschliche Themen:
https://www.youtube.com/watch?v=s-od3s-XoJk
https://www.youtube.com/watch?v=-cvA2tmB_QY
Station 17 feat. Fettes Brot
https://www.youtube.com/watch?v=27UJhaAdvLU
Station 17 feat. Streuner
https://www.youtube.com/watch?v=27UJhaAdvLU
Paraorchester in Kooperation mit Coldplay für die Closing Ceremony der Paralympics 2012
https://www.youtube.com/watch?v=4ykjFhu48f8
 

Musik App, welche den Bildschirm mithilfe von Motion-Tracking als Instrument zugänglich macht.
http://aumiapp.com

 

19.12.19: Themenfeld »Memphis-Sound / HipHop als (glokale) Soundkultur

Material zum Einstieg: Feature von Juri Andresen und Fion Birr aus dem JUICE-Magazin:
Most Known Unknown – Wie Memphis HipHop bis heute beeinflusst.

All Good-Podcast mit Skinny Finsta

Beispiele:
Three Six Mafia – „Smoked Out Loced Out“ (Mixtape) 
ASAP Rocky – Purple Swag
AlphaMob x Skinny Finsta – Spieler

 

09.01.20: Themenfeld: Bass Music / Deconstructed Club Music / Hauntology

Aktuelle Kulturen – Bass Music und Dub

Interview von BACKSPIN mit DJ Shadow, einem Pioneer der experimentelleren HipHop Musik, welche mehr oder weniger die Grundlage für beim Hamburger Saturate Label releaste Musik bildet.
https://www.youtube.com/watch?v=uMTHhOxq7-A&t=351s

Input: Musik mit Einflüssen aus Dub, Dubstep, Drum & Bass, Halftime, Hip Hop, Breakbeats, Grime; kann man als Genre (West Coast) Bass Music so eigentlich nicht direkt bennen, allerdings fokussiert sich der Sound auf Beats mit harten Verzerrten Bass-Sounds. In Hamburg gibt es das Label „Saturate Records“, in Amerika gibt es eine richtige Kultur um diese Musik, wobei sich viel an der Westküste abspielt (z.B. Bass Coast, Emissions, Shambhala (Kanada)).

https://mixmag.net/feature/a-trip-through-the-u-s-west-coast-bass-scene

Zum Anhören:
https://www.youtube.com/watch?v=eXM9vmZrFqc
https://soundcloud.com/saturaterecords/yunis-1900n99-strtmf075
https://soundcloud.com/saturaterecords/dope-lit-in-the-rave
https://soundcloud.com/gjonesbass/soundtrack-to-the-machine?in=gjonesbass/sets/the-ineffable-truth

 

 

16.01.20: Deconstructed Club Music / Hauntology / »Boiler-Room & Liveness«

Deconstructed Club Music (Statement Lukas)
Deconstructed Club Music funktioniert nicht wirklich als Genrebezeichnung, weil die Tracks, die mit diesem Label versehen werden ziemlich verschieden sind. Es steht für eine gewisse Genrefreiheit und eben die namensgebenden Auflösung und Dekonstruktion von Clubmusik im weitesten Sinne. Bekannte Soundelemente von Clubmusik werden dabei häufig in neue Kontexte gesetzt. Zum Beispiel durch das Vernachlässigen des für das Genre sonst typischen 4 to the floor Beats, wie im Falle von Dinamarcas 9PM (https://www.youtube.com/watch?v=x8qpygXff1Y), welches die Melodielinie des gleichnamigen Trance-Tracks von ATB (https://www.youtube.com/watch?v=5A9OIIapSko) nimmt und in einen anderen rhythmischen Kontext setzt. Auch das Spielen mit der Erwartung auf einen Drop und die Enttäuschung dieser Erwartung würde ich als Strategie der Deconstructed Club Music bezeichnen. Hier zum Beispiel ein 5 minütiges Trance-Artiges Arpeggio, dass sich zwar stetig steigert, aber nie auf einem Drop oder Höhepunkt ankommt: https://soundcloud.com/pcmus/idl. Andere Künstler*innen übernehmen auch Club-Beats rhythmisch, tauschen die bekannten Sounds aber durch andere Samples aus. Das Soundspektrum ist vielfältig. In dieser Playlist sind noch mehrere Tracks versammelt, die mit DCM assoziiert werden: https://open.spotify.com/playlist/6kWRaxbUxT3b750uM0ZrNf?si=WA7eXTqiQ_-uf4dx9_omDQ
Deconstructed Club Music kann, muss aber nicht zwingend die Auflösung der Tanzbarkeit bedeuten. Es muss auch nicht bedeuten, dass diese Musik nicht in Clubs stattfindet. Vielmehr entstand viel davon aus dem Bedürfnis von Menschen, die sich gängiger Clubmusic und einer (vor allem auch weiß und heterosexuell geprägten) Clublandschaft nicht zugehörig fühlen. Die Dekonstruktion des Clubs hat also oft die Entstehung eines neuen Clubs zur Folge. Die New Yorker GHE20G0TH1K Partyreihe (https://www.highsnobiety.com/2017/05/01/ghe20g0th1k-nyc/), die 2010 startete, kann als ein solcher Ort verhandelt werden. Mit DCM assoziierte DJs wie Lotic und Total Freedom haben dort unter anderem eine zentrale Rolle gespielt. Die Frage danach, was und wie hier de- und rekonstruiert wird, finde ich äußerst spannend. Diese Frage kann man direkt auf soundlicher Ebene, auf der Ebene von Genrekategorien, auf der Ebene von kulturellen Szenen und Räumen etc. stellen. Auch einen Anschluss an das Thema der Narrative elektronischer Musik ist von Interesse.
 
Zum Thema – Hauntology/ 80s Nostalgie / Virtuelle Zukunfts-/Vergangenheitsentwürfe
Beispiele aus dem „Microgenre“ Vaporwave und drei verschiedenen Subgenres auf Bandcamp: Plunderphonics https://music.businesscasual.biz/album/computer-imagina Glo-fi https://subveda.bandcamp.com/album/walk-to-the-moon Mall-soft https://paradiserecordshtml.bandcamp.com/album/hologram-disk Interview mit Mark Fisher aus dem Nero Magazin zur seiner Publikation: Ghosts of my Life. Writings on Depression, Hauntology and Lost Futures, 2014 http://www.neromagazine.it/n/?p=20620  
 
Beispiele zu Boiler-Room & Liveness
David August & Deutsches Symphonie-Orchester Boiler Room Berlin Live Performance
https://www.youtube.com/watch?v=l9tRdSmVZAc&feature=emb_logo
Boiler Room & Google Pixel – VR Dancefloors: Techno in Berlin 360 Film 2018
https://www.youtube.com/watch?v=ptbGAKzZil4&feature=emb_logo
HUAN HUAN | Boiler Room Shanghai
Thom Yorke Boiler Room London DJ set
ItaloJohnson | Boiler Room x Pornceptual
Anklepants | Boiler Room Berlin Live Set
4:3 – Streaming Plattform von Boiler Room
https://www.youtube.com/watch?v=H2Yz6xfj6hw&feature=emb_logo 
‚The Metallic Car‘ by Peggy Noland & Sarah Nicole François
https://www.youtube.com/watch?v=-5EQIiabJvk
DJ Scotch Egg Boiler Room Berlin Live Set

 

23.01.20: »Online-Videos und -Musikszenen / K-Pop«

 

30.01.20: Themenfeld »Neue Klassik«

Beispiele aktueller ‚ernster Musik‘ /  der aktuelle Diskurs um Avantgarde und Pop

Wechselbeziehung zwischen Popmusik und der sogenannten „Avantgarde Musik“,
s. https://llaudioll.de/wp-content/uploads/Groetz_-Popkultur-in-der-Neuen-Musik_Positionen.pdf
s.a. Grossmann_Materialexplosion_und_Avantgardeanspruch

 

63 Comments

  1. AK

  2. F

    Thema Bedroom / DIY? (und Monetarisierung)
    Hier mal die Links zu der erwähnten Plattform Beatstars, wo zum Beispiel Lil Nas X den Beat für Old Town Road für 29,99$ von dem 19jährigen niederländischen Produzenten YoungKio gekauft hat. Und auch TheCratez – die sich für die Produktion mehrerer Nummer 1 Songs in den deutschen Charts verantwortlich zeichnen – sind über Beatstars groß geworden.
    Der Link zu der Website selber:
    https://www.beatstars.com

    Der Link zu einer Podcastfolge darüber (gibt es auch auf allen gängigen Streamingplattformen):
    https://www.stitcher.com/podcast/vox/switched-on-pop/e/62745969

  3. Niklas Kirchner

    Ist auch etwas über klassische aktuelle Musik möglich und z.B. dabei der Frage nachgehen, wie neue klassische Musik klingt, was es für Vertreter dafür gibt und welche aktuellen Strömungen es gibt. Das würde ich sehr spannend finden, gerade im Kontrast zu den anderen Themen hier

    • skoddi

      was ist mit „new sampling“ genau gemeint? die technologie, die ergebnisse, die art oder auswahl an samples?

    • Lukas Iden

      Ich wollte das Album zumindest einmal zur Diskussion stellen. Ich kann mir gut vorstellen, im Kontext digitaler Ästhetik darüber zu sprechen, weil ich glaube, dass der eklektische, fragmentarische Sound dieses Albums die Art und Weise wie heute im Internet Musik gehört wird auf gewisse Weise und in überspitzter Form widerspiegelt und auch nur entstehen konnte, weil die Künstler*innen Musik in digitalen Netzen und algorithmischen Ordnungen konsumieren. Dylan Brady und Laura Les (die zusammen 100 gecs sind), sagen, sie haben in diesem Album hauptsächlich versucht, Musik zu machen, die sie selbst hören würden. Dabei haben sie die diversen Stilrichtungen, die sie interessieren ohne Rücksicht auf Verluste zusammengeworfen: Emo-Pop, Pop-Punk, Metal, R’n’b, Drum&Bass, Ska, Eurodance, Trance, 2010er „Brostep“, man könnte die Liste fortführen. Am besten hört ihr es euch selbst mal an. Ob man das nun mag oder nicht, ich kenne zumindest kein vergleichbares Projekt. Auch im Zusammenhang mit einer Kategoriendiskussion gerade im Zusammenhang mit algorithmischen Kategorisierungen und Tendenzen der Auflösung einheitlicher Genrekulturen ist dies sicher nicht uninteressant.

      Spotify: https://open.spotify.com/album/4CGanXs6KlVuXXdNrf82qE?si=EfYBWG_LSn-Lf2RsqHzDeA
      Das Ganze Album auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=qgKWy4AnqqM
      Money-Machine Musikvideo: https://www.youtube.com/watch?v=z97qLNXeAMQ

    • Lukas Iden

      Deconstructed Club Music funktioniert nicht wirklich als Genrebezeichnung, weil die Tracks, die mit diesem Label versehen werden ziemlich verschieden sind. Es steht für eine gewisse Genrefreiheit und eben die namensgebenden Auflösung und Dekonstruktion von Clubmusik im weitesten Sinne. So verstehe ich das zumindest. Bekannte Soundelemente von Clubmusik werden dabei häufig in neue Kontexte gesetzt. Zum Beispiel durch das vernachlässigen des für das Genre sonst typischen 4 to the floor Beats, wie im Falle von Dinamarcas 9PM (https://www.youtube.com/watch?v=x8qpygXff1Y), welches die Melodielinie des gleichnamigen Trance-Tracks von ATB (https://www.youtube.com/watch?v=5A9OIIapSko) nimmt und in einen anderen rhythmischen Kontext setzt. Auch das spielen mit der Erwartung auf einen Drop und die Enttäuschung dieser Erwartung würde ich als Strategie der Deconstructed Clubmusic bezeichnen. Hier zum Beispiel ein 5 minütiges Trance-Artiges Arpeggio, dass sich zwar stetig steigert, aber nie auf einem Drop oder Höhepunkt ankommt: https://soundcloud.com/pcmus/idl. Andere Künstler*innen übernehmen auch Club-Beats rhythmisch, tauschen die bekannten Sounds aber durch andere Samples aus. Das Soundspektrum ist vielfältig und auf Vieles bin ich hier noch nicht eingegangen. In dieser Playlist sind noch mehrere Tracks versammelt, die mit DCM assoziiert werden: https://open.spotify.com/playlist/6kWRaxbUxT3b750uM0ZrNf?si=WA7eXTqiQ_-uf4dx9_omDQ
      Deconstructed Club Music kann, muss aber nicht zwingend die Auflösung der Tanzbarkeit bedeuten. Es muss auch nicht bedeuten, dass diese Musik nicht in Clubs stattfindet. Vielmehr entstand viel davon aus dem Drang von Menschen, die sich gängiger Clubmusic und einer (vor allem auch weiß und heterosexuell geprägten) Clublandschaft nicht zugehörig fühlen. Die Dekonstruktion des Clubs hat also oft die Entstehung eines neuen Clubs zur Folge. Die New Yorker GHE20G0TH1K Partyreihe (https://www.highsnobiety.com/2017/05/01/ghe20g0th1k-nyc/), die 2010 startete kann als ein solcher Ort verhandelt werden. Mit DCM assoziierte DJs wie Lotic und Total Freedom haben dort unter anderem eine zentrale Rolle gespielt. Die Frage danach, was und wie hier de- und rekonstruiert wird, finde ich äußerst spannend. Diese Frage kann man direkt auf soundlicher Ebene, auf der Ebene von Genrekategorien, auf der Ebene von kulturellen Szenen und Räumen etc. stellen. Auch einen Anschluss an das Thema der Narrative elektronischer Musik würde ich interessant finden.

  4. Themenvorschlag

    Kulturelle Auswirkungen des Übergangs vom Sozialismus zum Kapitalismus in Osteuropa, z.B. Disco-Polo

    • skoddi

      Hätt‘ ich mitunter auch große Lust mitzuwirken/-arbeiten, da mich die Kategoriesierung selbst immerzu beschäftigt: zum Einen erkenne ich mich selbst aktiv in diesem System der „Labels“, z.B. beim Suchen nach bestimmter Musik und zum Anderen erwische ich mich aber auch häufig dabei, in der Beschreibung von Bands oder Musiken die Verwendung von Genres auszusparen.

      Anhaltend beschäftigt mich zu diesem Thema folgende zwei Texte:
      – „Simon Frith – Zur Aesthetik der Populaeren Musik“ <- These: Genres = Identitässchaffend & Identitäten = Genres schaffend
      – "Christoph Gurk – Wem gehört die Popmusik" – These: Genres ein Konstrukt der kapitalistisch geprägten/orientierten Marktwirtschaft

  5. Mango

    Organic Groove

    Hätte Bock mich mit der Richtung auseinanerzusetzen. Hab gerade ein Album von Moglebaum laufen und bin schon fasziniert von den akustischen Elementen. Sehr gechillt und doch irgendwie interessant.

    • skoddi

      Da ich dieses Thema vorgeschlagen habe liegt natürlich nahe, dass mich das Thema auch selber interessiert. 😉

  6. Niklas Wilhelm

    Da ich heute nicht zum Seminar kommen kann, würde ich hier gern nochmal meinen Themenvorschlag von vergangener Woche untermauern:

    Ich würde mich gern mit aktuell ein wenig gehypte Szene der deutschsprachigen Adaption des Memphis-Rap-Sound der (0er & 90er (Three Six Mafia etc.) befassen, da diese extrem stark an einen mystifizierten Ort der Vergangenheit auf der einen, das Medium Tape auf der anderen und schließlich auch soundmäßig an ganz bestimmte Drummachines & Synthesizer gebunden ist.

    In der vergangenen Woche gab es auch schon erste Interessebekundungen für eine Gruppenarbeit im Sinne des Seminar.

    Liebe Grüße und ein schönes Seminar heute!

  7. Lucas S.

    Themenvorschlag:
    Ich bin über Youtube auf eine Reihe interessanter Mash-Up Videos gestoßen:

    Nina Simone & Lauryn Hill https://www.youtube.com/watch?v=-THq0-EDJrE
    Madlib & Andre 3000 https://www.youtube.com/watch?v=QZh7sLHtc_Y&t=379s
    Mos Def (Yasiin Bey) & Marvin Gaye https://www.youtube.com/watch?v=gsEEAsxgdYg&t=1589s

    Interessant finde ich dabei, dass es sich hierbei eher um Fanproduktionen handelt, die in ihren Mixes legendäre Künstler zusammen bringen, die niemals wirklich zusammengearbeitet haben. Es sind also inoffizielle Alben, die hauptsächlich im virtuellen Raum des Internets kursieren.
    Weiter fiel mir auf, dass die meisten Anbieter solcher Videos keine Strategie der Monetarisierung verfolgen und die aktuellen Verhältnisse des Copyrights akzeptieren bzw. respektieren. In den Beschreibungen der Videos findet man die Lizensierungen und Hinweise auf die Verwertungsgesellschaften und Labels, bei denen die Rechte des Ausgangsmaterials liegen.

    Vielleicht ein spannender Anknüpfpunkt um über die aktive Produktionsleistung Seitens der Rezipierenden im virutellen Raum nachzudenken.

    Beste Grüße,
    Lucas

  8. Rolf Großmann

  9. Jana-Larissa Herold

    BOILER ROOM ist ein Ort aktueller Soundkulturen, der ursprünglich 2010 in einem Heizungskeller in London ein Mal pro Woche auf USTREAM Live DJ-Sets hervorbrachte. Die Idee kam von Blaise Belville und das Projekt besteht darin, einen DJ beim Auflegen, während einer Party zu filmen/streamen.
    Hierbei steht der DJ nicht wie gewohnt mit dem Gesicht zur Meute, sondern die Meute hinter ihm.
    Was in einem Heizungskeller angefangen hat, ist heute ein nahezu weltweit etabliertes Projekt.
    Es ist mittlerweile so breit gefächert, dass es über 30 Genres abdeckt.
    Das ist der Vorteil an BOILER ROOM: man steckt in keiner Logarithmusblase.
    Man kann sich frei durch etliche Genres hören und bekommt dabei auch noch einen Einblick in die Szene.
    Aktueller Sound und die dazu gehörige Kultur weltweit auf Video. Live/Offline, Ortsungebunden.
    BOILER ROOM verbindet den Underground.

    Falls Du es noch nicht kennst:
    https://boilerroom.tv

    Viel Spaß und LG

    • Malte Pelleter

      Ja, finde ich auf jeden Fall ein interessantes Beispiel. V.a. diese interessante Dopplung zwischen dem Nicht-Ort ›Online-Video‹ und dieser totalen Relokalisierung, die bei BR immer wieder unternommen wird, indem eben beansprucht wird, ganz bestimmte lokale Szenen abzubilden und zu (re)präsentieren. Kann man bestimmt eine spannende Liste an Beispielen zusammenbauen…

    • Josepha Groesgen

      Derbe spannend, hätte da auf jeden Fall auch Lust dran mitzuarbeiten. Besonders die Entwicklung von Underground (beispielsweise der TechnoSzene) zu der extrem öffentlichen Darstellung finde ich hier spannend.

    • skoddi

      Möchte mein großes Interesse auch für dieses Thema aussprechen. Besonders interessant finde ich, welchen Einfluss das „Boiler Room Format“ mit sich brachte. Sowohl im positiven, als auch im negativen. Wie z.B. die zentralisierung „des DJs“. Positive: von der Bühne runter auf den Dancefloor = DJ und Dancefloor (Rezipient) auf der selben Ebene“. Negative: Der damit verrückte Fokus = DJ steht vor dem Rave/Party?

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