Auditive Kultur und Sound Studies – Einführung

Einführungsveranstaltung in die Gegenstände und Methoden der Soundkulturforschung – Spezial-Ausgabe

Seminar | Leuphana Universität Lüneburg
M.A.-Programme der Fak. Kulturwissenschaften | Module: Diskurse der Sound Studies; Auditive Kultur; Strategien Auditiver Gestaltung
Donnerstags | 14:15-15:45 | wöchentlich 07.04.-07.07.2022 | Raum C5.311

Achtung: Die Einführung »Auditive Kultur und Sound Studies« wird dieses Jahr in einem besonderen Format stattfinden. Gemeinsam feiern wir Rolf Großmanns mehr als 25 jährige Tätigkeit hier am Schwerpunktbereich ((audio)) Ästhetische Strategien. Lüneburg wurde in dieser Zeit zu einem Zentrum der deutschsprachigen Forschung zu Soundkultur und erweiterter Musikwissenschaft. In die ganze Breite dieser Themenfelder möchten wir anhand von Rolf Großmanns Schriften der vergangenen Jahre einen Einblick bieten. Themen wie die Medienmaterialität des Sampling, ästhetische Strategien des sensorischen Engineering, Neuformulierungen eines zeitgemäßen Konzepts des Instruments oder eines Begriffs der ›phonographischen Arbeit‹ werden dabei Stationen sein. Um nicht alleine feiern zu müssen, laden wir nicht nur Rolf selber herzlich ein, sondern auch Freund*innen und Weggefährt*innen, mit denen wir lesen, diskutieren und vor allem (!) hören wollen.

Welches akademische Feld öffnet sich bei der Betrachtung auditiver Kultur? Dieses Feld ist transdisziplinär angelegt und enthält im Kern musikwissenschaftliche, medienwissenschaftliche und kulturgeschichtliche bzw. -theoretische Elemente. Dabei spielen sowohl ästhetische wie auch alltagskulturelle Gegenstände und Praxen eine wichtige Rolle. Ein wichtiges Themenspektrum wird sicherlich durch die sich neu etablierenden Sound Studies abgedeckt. Auch die Musikwissenschaft präsentiert sich im englischsprachigen Diskurs und neuerdings auch in Deutschland teilweise mit einer kulturwissenschaftlichen Orientierung. Die Veranstaltung wird sich – entsprechend ihrer Position im Master – vorrangig mit den medienspezifischen Aspekten der auditiven Kultur beschäftigen.

Dozierende

Sarah-Indriyati Hardjowirogo
hardjowirogo@leuphana.de


Malte Pelleter
pelleter@leuphana.de

Tutor*innen

Prüfungsleistung

In den Modulen Diskurse der Sound Studies, Auditive Kultur und Strategien Auditiver Gestaltung setzt sich die Prüfungsleistung aus einer Sitzungsmoderation (40%) sowie einer schriftlichen Ausarbeitung eines selbstgewählten Themas (60%) zusammen. Für die Anrechnung im Modul Strategien Auditiver Gestaltung sollte die Ausarbeitung einen gestalterischen Anteil aufweisen (z.B. Einreichung als Audio Paper). Für eine Anrechnung als Lehrforschungsprojekt ist ein eigenes Projekt im Seminarkontext zu entwickeln und durchzuführen. Eingereicht wird eine schriftliche Dokumentation (ca. 15 S.).

Seminarplan

Vorläufige Version des Seminarplans, wird überarbeitet.

7.4.2022 – fällt krankheitsbedingt aus!

14.4.2022 – Einführung

Text: Rolf Großmann (2015): »Soundcultures, Audio Cultures, Auditory Cultures. Der Diskurs um die auditive Kultur und die Musikwissenschaft.« In: Bettina Schlüter / Axel Volmar (Hg.): Von akustischen Medien zur auditiven Kultur. Navigationen, Jg. 15, H. 2, S. 13-30.

21.4.2022 – Andere Klänge, andere Praktiken – andere Wissenschaft?

Text: Rolf Großmann (2013): »Die Materialität des Klangs und die Medienpraxis der Musikkultur. Ein verspäteter Gegenstand der Musikwissenschaft?« In: Jens Schröter/Axel Volmar (Hg.): Auditive Medienkulturen. Techniken des Hörens und Praktiken der Klanggestaltung. Bielefeld: transcript. S. 61–78.

28.4.2022 – Musik als medienästhetische Praxis

Text: Rolf Großmann (2005): »Collage, Montage, Sampling – ein Streifzug durch (medien-)materialbezogene ästhetische Strategien«. In: Harro Segeberg und Frank Schätzlein (Hg.): Sound. Zur Technologie und Ästhetik des Akustischen in den Medien. Marburg: Schüren. S. 308-331.

5.5.2022 – Musik und/als Technikkultur

Gast: Anna Schürmer

Text: Rolf Großmann (i.V.): »Hören, was die Maschine hört.« In: Anna Schürmer/Maximilian Haberer/Tomy Bratsche (Hg.): Acoustic Intelligence. Hören und Gehorchen. Düsseldorf: düsseldorf university press.

Dazu hier das QAQCC-Sheet von Anna Schürmer.

12.5.2022 – Ästhetik digitaler Sounds

Gast: Michael Harenberg

Text: Rolf Großmann (2003): »Spiegelbild, Spiegel, leerer Spiegel. Zur Mediensituation der Clicks’n’Cuts«. In: Marcus S. Kleiner/Achim Szepanski (Hg.): Soundcultures. Über elektronische und digitale Musik. Frankfurt/M.: Suhrkamp. S. 52-68.

19.5.2022 – Kontrollphantasmen und die Zufälligkeiten des (Medien-)Materials

Rolf Großmann (2011): »Kontrolle, Ritus, Simulation: Die Komposition mit dem Zufall in einer kalkulierten Welt«. In: Angela Lammert, Hubertus von Amelunxen (Hg.): Iannis Xenakis. Zufall und Kontrolle. Berlin: Akademie der Künste. S. 6-11.

26.5.2022 – entfällt (Christi Himmelfahrt)

2.6.2022 – Mediendispositive und Sonic Fictions

Gast: Holger Schulze

Texte:

Rolf Großmann (2008): »Verschlafener Medienwandel. Das Dispositiv als musikwissenschaftliches Theoriemodell.« In: Positionen – Beiträge zur neuen Musik 74. S. 6-9.

Rolf Großmann (2013): »›Sonic Fiction‹ – Zum Begreifen musikalisch-medialer Gestaltung. Ein Plädoyer zum (Wieder-)Lesen der Textsammlung »Heller als die Sonne« von Kodwo Eshun«. In: Bern Enders/Jürgen Oberschmidt/Gerhard Schmitt (Hg.): Die Metapher als ›Medium‹ des Musikverstehens. Osnabrück: Epos. S. 161-172.

9.6.2022 – tba

16.6.2022 – Pop Sounds

Gast: Arne Bense

Text: Rolf Großmann (2008): »Die Geburt des Pop aus dem Geist der phonographischen Reproduktion«. In: Christian Bielefeldt/Udo Dahmen/Rolf Großmann (Hg.): PopMusicology. Bielefeld: transcript Verlag. S. 119-134.

23.6.2022 – Medieninstrumente und ihre Rationalisierungen

Gast: Rebecca Wolf

Text: Rolf Großmann (2010): »Distanzierte Verhältnisse. Zur Musikinstrumentalisierung der Reproduktionsmedien«. In: Michael Harenberg/Daniel Weissberg (Hg.): Klang (ohne) Körper Spuren und Potenziale des Körpers in der elektronischen Musik. Bielefeld: transcript. S. 183-199.

30.6.2022 – Reproduktionsverhältnisse: Pop & Abortion

Gast: Katharina Alexi

Text: Rolf Großmann (2011): »Reproduktionsmusik und Remix-Culture.« In: Marion Saxer (Hg.): Mind the Gap. Medienkonstellationen zwischen zeitgenössischer Musik und Klangkunst. Saarbrücken: PFAU. S. 116-127.

7.7.2022 – Fade-out

Seminarabschluss

Besprechung der Prüfungsleistung

Feedback

Weitere Texte:

Rolf Großmann (2004): »Signal, Material, Sampling. Zur ästhetischen Aneignung medientechnischer Übertragung«. In: Sanio, Sabine/Scheib, Christian (Hg.): Übertragung – Transfer – Metapher. Kulturtechniken, ihre Visionen und Obsessionen. Bielefeld: Kerber. S. 91-110.

Rolf Großmann (1999): »Konstruktiv(istisch)e Gedanken zur ›Medienmusik‹«. In: Gebhard Rusch/Siegfried J. Schmidt (Hg.): Konstruktivismus in der Medien- und Kommunikationswissenschaft. DELFIN 1997. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. S. 229-249.

Rolf Großmann: »Die Spitze des Eisbergs. Schlüsselfragen musikalischer Laptopkultur«. In: Positionen. Beiträge zur Neuen Musik 68. S. 2-7. 

Rolf Großmann (2013): »303, MPC, A/D. Popmusik und die Ästhetik digitaler Gestaltung«. In: Marcus S. Kleiner/Thomas Wilke (Hg.): Performativität und Medialität Poulärer Kulturen. Theorien, Ästhetiken, Praktiken. Wiesbaden: Springer VS. S. 299-315.

Rolf Großmann (2016): »Phonographic Work. Reading and Writing Sound«. In: Jens Papenburg/Holger Schulze (Hg.): Sound as Popular Culture. A Research Companion. Cambridge: MIT press. S. 355-366.

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