MIDI (Musical Instrument Digital Interface)

Geschichte

1980

– Sequential Circuits Industries (SCI) entwickelt das erste Interface zwischen den Synthesizern Prophet 10 und Prophet 5.
– Firmenchef Dave Smith entwickelt die Idee eines herstellerunabhägigen Interfaces

1981

– Erste Treffen zwischen SCI, Roland und Oberheim
– Erstes Konzept von SCI / Einladung zum ersten MIDI-Treffen

1982

– (Januar) Erstes großes Treffen fast aller großen Synthihersteller
– Der Begriff MIDI wird geprägt

1983

– (März) Die ersten MIDI Synthesizer (Sequential Prophet 600, Roland Jupiter-6)
– (August) MIDI 1.0

1984

– Gründung der MIDI-Verbände

1985

– Entwicklung des Sample-Dump-Standards

1986

– MIDI-Time-Code

1988

– Song File Standard
– MIDI 4.0

1991

– General MIDI (GM)

Technische Vorraussetzungen

MIDI-Daten werden in binären Wörtern (Bytes) übertragen. Jedes Byte ist achtstellig. Man unterscheidet beim MIDI-Standard Statusbytes und Datenbytes. Statusbytes beginnen mit einer 1 (eins), Datenbytes mit einer 0 (null). Laut MIDI-Datenstruktur folgen auf ein Status-Byte zwei Daten-Bytes (einfachster Fall: Notennummer und Anschlagsstärke).

MIDI-Daten werden seriell, also bit nach bit übertragen. Die Übertragungs/Baudrate beträgt 31.250 Bits/sec. asynchron.

Es werden fünfpolige DIN-Kabel verwendet, wobei nur die Pole vier und fünf zur Datenübertragung genutzt werden. MIDI Kabel sind zur Störungsvermeidung nicht länger als 15 Meter. MIDI-Interfaces besitzen einen Optokoppler, der für die galvanische Trennung von Gerät und MIDI-Netz sorgt.

MIDI-Daten werden auf 16 verschiedenen ‚virtuellen‘, im Statusbyte angegebenen Kanälen übertragen.

Technische Probleme des MIDI-Systems:

MIDI benutzt nur 16 Kanäle, die in der Anwendung schnell ausgelastet sein können.

Die Auslegung der Interfaces läßt die Verkettung von mehr als drei Geräten nicht zu, da es zu Datenverlusten kommen kann.

Da der Nichtübertragungszustand des MIDI-Systems keine Spannung hat, können die benutzten Geräte eine Störung nicht vom Normalzustand unterscheiden.

Das MIDI-Datenformat

Da das MIDI-Wort in Status- und Datenbyte unterteilt ist, ist es reell nur sieben bit lang, was einen Übertragungsbereich von null bis 127, also 128 mögliche Werte ergibt. Für bestimmte Controller (z.B. Pitch Bend) lassen sich zwei Datenbytes für einen größeren Wertebereich (16384 Werte) zusammenfassen

Das Statusbyte ist weiter in zwei vierstellige nibbles aufgeteilt, die zwischen Befehl und Kanalbelegung unterscheiden.

Die MIDI-Modi

Omni-Mode

Alle empfangenen Daten werden polyphon auf einem Kanal wiedergeben.

Poly-Mode

Die Befehle eines vorgewählten Kanals werden polyphon wiedergegeben, alle anderen ignoriert.

Mono-Mode

Alle Daten eines Kanals werden monophon mit dem zugeordneten Klang wiedergegeben.

Multi-Mode

Der heute „normalste“ Modus, der allerdings in der MIDI 1.0-Version noch nicht vorgesehen war. Es können bis zu 16 Känäle polyphon mit jeweils eigenem Klang wiedergegeben werden.

General MIDI (GM)

Um MIDI-Daten auf jedem Gerät laufen lassen zu können, ohne die Kanal- und Klangeinstellung manuell vornehmen zu müssen, gibt es eine generelle Sound und Kanalbelegung: General MIDI (bzw. firmeneigene Erweiterungen wie GS bei Roland, XG bei Yamaha).

Die GM Normen sind:

-Mindestens 24 polyphone Stimmen (wahlweise 24 oder 16 + 8 für drums)

-Namen und Klänge der ersten 128 Soundprogramme sind festgelegt

GeneralMIDI-Tabelle

MIDI-Kompendium

VST (Virtual Studio Technology)

Geschichte

1996


– Cubase VST wird auf der Frankfurter Musikmesse von Steinberg vorgestellt. Dieser Sequenzer beinhaltet erstmals die VST-Technologie, welche es ermöglicht, digitale Effekte in Form von Plug-Ins in Echtzeit zu bearbeiten. Die Besonderheit ist, daß VST für Drittanbieter offen ist und so die Entwicklung neuer Effekte beschleunigt.

1999


– VST 2.0 wird veröffentlicht. Nun ist es möglich, neben Effekten auch virtuelle Instrumente (VSTi) in Cubase zu öffnen. VST hat sich zu einem Quasi-Standard entwickelt.

2006


– Mit der Vorstellung von Cubase 4 wird nun VST3 eingeführt. Dadurch können VST3-Plug-Ins weitere Optionen (z.B. virtuelle Audiokanäle) nutzen..

VST-Alternativen

Neben Steinbergs VST-Standard existieren noch weitere Plug-In-Schnittstellen, wie z.B. AU (Audio Unit, Mac) oder die proprietären Formate RTAS (Real Time Audio Suite) und TDM (Time Division Multiplexing), welche von Digidesign für ihren Sequenzer Pro Tools entwickelt wurden.

Einführende Tutorials in Sequenzing mit Ableton

Übung 5: MIDI Sequencing (Velocity & Routing)