Die Grundbegriffe der musikalischen Zeitgestaltung Metrum und Takt haben in ihrer Geschichte ihre Bedeutung verändert. Früher war der geschlagene Takt an dem orientiert, was wir heute Grundpuls der Musik nennen würden.

Metrum

Der „Begriff des Metrums, wörtlich: Maß“ bezieht sich auf „Regelmäßigkeiten oder Periodizitäten“ in der musikalischen Zeitgestaltung.
„Der einfachste Fall eines metrischen Bezugsrasters ist eine periodische isochrone Folge von Zeitpunkten.“ = würde hier zusammenfallen mit dem Grundpuls.
Tatsächlich wird der Begriff Metrum unter Musikern oft so gebraucht, also synonym mit Begriffen wie GrundpulsTaktschlagBeatMetronomklick etc.

Streng genommen ist ein Metrum jedoch erst dann gegebenen, wenn mindestens zwei Ebenen rhythmischer Gestaltung zusammenwirken und sich periodisch wiederholen, so dass dieses gemeinsame Wiederholungsmaß als Metrum erscheint.
Gestaltpsychologisch ist es wichtig, dass das Metrum die Rezeption von Musik entscheidend strukturiert. „Metrische Periodizitäten erzeugen einen schematischen Erwartungsrahmen“; insofern kann das Metrum auch als Wahrnehmungskategorie betrachtet werden, die für die Kognition musikalischer Ereignisse von zentraler Bedeutung ist.
(Alle Zitate zum Metrum aus Pfleiderer 2006, S. 70)

Takt

Bezog sich der Takt historisch zunächst auf den Taktschlag (tactus), so bezieht sich Takt heute auf eine Gruppierung von Taktschlägen, die durch ein sich wiederholendes Betonungsmuster gekennzeichnet is.
„Ab Mitte des 18. Jahrhunderts werden Taktschlag und Taktgruppierung zu einem gemeinsamen Prinzip … zusammengefasst.“ „Tactus und Taktbezeichnungen treten auseinander.“ (Pfleiderer 2006, S. 115)

Übungen zum Takt auf Lehrklaenge.de

Rhythmus


können wir in seiner einfachsten Definition verstehen „als die Strukturierung des Zeitflusses durch eine bestimmte Reihenfolge der Ereignisse sowie durch deren Dauer und Gewichtung“.
(Pfleiderer 2006, S. 9)
Rhythmus ist also eine bereits musikalisch ausgeformte zeitliche Struktur, die sich wiederholt.

Groove, Swing, Feel

‚Groove‘ ist mittlerweile einer der „schillerndsten Ausdrücke im Bereich der populären Musik“ (298) geworden. Die teilweise ähnliche bis synonyme Verwendung verwandter Begriffe wie ‚Swing‘ und ‚Feel‘ macht darüber hinaus eine präzise Definition – trotz des unter Musikerinnen verbreiteten impliziten Verständnisses – noch problematischer.
Grundsätzlich bezeichnen alle Begriffe ein spezifisches Mikrotiming, d.h. minimale Abweichungen von den metrisch ‚korrekten‘ Zeitpunkten. Dabei „handelt es sich allerdings nicht um unbeabsichtigte, sondern um intendierte Abweichungen, die systematisch und regelgeleitet vorgenommen werden.“ (84)
Mit der elektronisch/digitalen Musikproduktion ist solche mikrorhythmische Gestaltung, die zuvor nur vage beschreibbares Spielfeld der ‚expressiven‘ Interpretation durch Instrumentalisten war, mittlerweile in aller Exaktheit machbar (und auch beschreibbar) geworden. Zentrales Gestaltungsmittel sind die verbreiteten Groove- oder Swing-Parametern von Sequencern. Im Unterschied zu klassischem Tempo Rubato-Spiel, bei dem eine oder mehrere Stimmen vom Metrum abweichen, handelt es sich hierbei um die systematische, asymmetrische Verschiebung einer metrischen Ebene. So werden im einfachsten Fall HiHats auf jeder zweiten 16tel leicht verzögert um ‚groovende‘ Drums zu programmieren. Interessant ist auch, dass immer wieder (meistens technisch veralteten) Geräten ein spezifischer Groove zugeschrieben wird.

Übersicht Drum- Set

Archivo:Drum set.svg

1. Ride Becken
2. Floor Tom
3. Tom Tom
4. Bass Drum / Kick Drum
5. Snare Drum
6. HiHat-Becken

(Quelle: Wikimedia Commons)

Übungs-Input: Drum-Programming in Ableton’s Drum Rack

Übung 2: Drum Programming

Weiteres Material (u.a. zu den Begriffen „Backbeat“, „Offbeat“):

Martin Pfleiderer (2006): Rhythmus. Ausschnitt „Backbeat“

Link: HTML-Drum-Machine